Sein Name war… HEIKO

Markanter Slim Body, ganz in orange

Erinnerst Du Dich noch, Deine Schulzeit? Das freudige Erlernen des Alphabets, der Schreibunterricht?
Bei mir ist das nun schon eine Weile her. Aber ich erinnere mich noch ganz genau: die Tintenkleckse und die blauen Finger, die man irgendwie nicht los wurde. Manchmal war ich sogar stolz auf die schmutzigen Pfoten – dieses Gekleckse, es sah ja auch irgendwie nach Arbeit aus.

Zur Grundausstattung einer jeden Federtasche gehörte der Schulfüller. Kugelschreiber waren strengstens untersagt. Zum Glück, so sehe ich das heute!
Denn mit dem Füller, nur mit dem Füller, lernte man schreiben. Richtig schreiben. So ist das auch heute noch.
Umso wichtiger war natürlich das Schreibgerät. Schönschrift klappt mit guten Füllern immer noch am besten.
Wer einen guten Füller hatte war dann auch klar im Vorteil. In der DDR waren wir alle gepolt auf die bekannteste Firma „Markant“.
Auch ich war damals stolzer Besitzer eines “Markant” – ein leuchtend orangenes Modell namens “Heiko”.

Überhaupt, die Markant-Produkte trugen alle klingende Namen wie “Pionier”, “Heiko” oder “Trend”. Der “Heiko Primus” war übrigens so etwas wie der Pelikano oder Safari des Ostens. Den mochte ich sehr gern, wegen der gebürsteten Kappe.
So stolz ich auf meinen “Heiko” war, alle Markant-Füller waren weit verbreitet und das bedeutete für mich auch eine Art von Uniformierung.

So ist es ganz logisch, dass wir auch mal kurz in den Westen schielten. Oma hat uns dann im 4.Schuljahr den lang ersehnten Pelikano aus West-Berlin mitgebracht. Meiner war blau, der für meine Schwester rot. Wir fühlten uns ganz groß damit, denn da passten sogar die DDR-Patronen rein.

Mein Herz aber, das schlug für meinen ersten Füller, den orangenen Heiko. Ganz egal, wie viele es davon gab.
Vielleicht ist das ein bisschen so wie die Erinnerung an den ersten Kuss oder die erste große Liebe? Das vergisst Du ja auch nie…
Von heute aus betrachtet war meine zweite große Füller-Liebe, der Markant Trend, auch ein wirklich ziemlich cooles Teil. Glücklicherweise kann ich ihn mein Eigen nennen.

Schau auf das Foto oben: dieser Slim Body, diese Stahlfeder, ein echt rundes Gesamtbild.
Auch schreibt er noch immer hervorragend. Und für mich ist dieser Füller natürlich in einem Atemzug mit den heutigen Geräten der Weltmarke Lamy zu nennen- schlicht, gerade und auf den Punkt, fast ein bisschen Bauhaus. Ein ostdeutscher Lamy mit Pelikan-Standard. Ziemlich lässig, finde ich.

Du willst auch mal so ein cooles Teil haben? Halte die Augen auf. Meist kriegst du einen Gebrauchten entweder in schwarzem Plastik gehalten oder mit Alu-Körper.

Und wenn Du mal einen orangenen Heiko findest, sag mir unbedingt sofort Bescheid. Mein Schmuckstück ist mir in den Wirren der Zeitläufte leider abhanden gekommen. Und wer will nicht mal seine erste große Liebe wiedersehen?

So long. Euer Thom!